Schmerzensgeld

16. Aug 2021

Ein Chefarzt sollte bei einem Patienten eine Leberoperation durchführen. Der Patient unterzeichnete den Vertrag über die wahlärztliche Leistung direkt am Operationstag. Trotz zusätzlicher Vertretungsvereinbarung führte ein dritter Oberarzt die Operation durch. Im Haftungsverfahren entschied das Landgericht, die Operation sei mangels wirksamer Einwilligung des Patienten rechtwidrig gewesen. Eine Einwilligung in eine Operation, bei der der Patient erkennbar Wert auf die Durchführung
legt – vor allem durch einen bestimmten Arzt – könne nicht in eine allgemeine Einwilligung zur Operation durch andere Ärzte umgedeutet werden. Da der Patient unter Vollnarkose hätte operiert werden müssen, postoperativ Schmerzen auftraten und eine große Narbe entstand, hielt die Kammer ein Schmerzensgeld in Höhe von 7.000 Euro für angemessen.

Quelle: LG Essen, Urteil vom 06.11.2020 – 16 O 229/19

Foto:© jannoon028 / Freepik

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