Patienten-Service fängt bei der Prävention an

02. Aug 2022

Patienten-Service fängt bei der Prävention an

Shopping ohne Abstandskontrolle, Konzerte unter hunderten Besuchern genießen und einfach so, ohne Anmeldung, mit Freunden im Restaurant gemeinsam essen – die Corona-Regelungen sind weitestgehend „gefallen“ und sollen uns die „Normalität“ wieder zurückbringen. Die Angst, sich bei einem Arztbesuch mit SARS-CoV-2 zu infizieren ist allerdings geblieben, trotz Maskenpflicht, Abstand und Desinfektion: Vor allem in den ersten Wellen haben gesetzlich Versicherte laut Studien seltener für die Früherkennung bestimmter Krankheiten und für systematische Gesundheit-Check-ups eine Ärztin oder einen Arzt aufgesucht. Dabei können Präventionsmaßnahmen für bessere Therapie- und Heilungschancen sorgen.Niedergelassene sollten ihre Patienten daher an wichtige Termine erinnern und Präventions-Services in den Praxisalltag integrieren. Eine gezielte Ansprache sorgt nicht nur für eine langfristige Patientenbindung, sondern kann sich auch wirtschaftlich lohnen: Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen werden zu Festpreisen ohne Mengenbegrenzung vergütet.

Die KBV befürwortet das Recall-Management in Arztpraxen: Mithilfe von EDV-Programmen können Patienten an fällige Impfauffrischungen, Gesundheitskontrollen und wiederkehrende Untersuchungen erinnert werden – per E-Mail, SMS, Brief oder sogar telefonisch. In modernen Praxisverwaltungssystemen sind meistens Funktionen integriert, die dabei unterstützen.

Vorab sollten sich Ärzte informieren, welches Spektrum der Leistungen für die jeweilige Fachrichtung und eigene Praxis sinnvoll ist, welche Qualifikationen und Genehmigungen dafür nötig sind – bspw. muss geklärt werden, ob bei der Abrechnung bestimmter Untersuchungen eine spezielle Genehmigung der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung erforderlich ist – und ob es gegebenenfalls zusätzliche Vereinbarungen mit regionalen Krankenkassen gibt. Ist das im Vorfeld geklärt, wird der effizienteste Weg ausgewählt, um die Patienten zu erreichen. Ob telefonisch oder per E-Mail, wichtig sind eine serviceorientierte und freundliche Kommunikation und natürlich der Schutz der personenbezogenen Daten. Dazu gehört auch, dass entsprechende Patienten im Vorfeld schriftlich ihr Einverständnis zum jeweiligen Recall-Service gegeben haben. Die KBV stellt hierfür einen Mustertext im Safe-Net-Portal zur Verfügung.

Wer seinen Patienten die zeitliche Planung von Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen erleichtern will, kann diese an bestimmten Nachmittagen, Abenden oder vielleicht sogar in einer Samstagssprechstunde anbieten.

meditaxa Redaktion | Quelle: kbv.de


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KBV Safe-Net-Portal: Mustertexte, Infomaterialien, Broschüren, Flyer: https://www.kbv.de/html/kv-safenet.php
„Der Vorsorge-Checker“: https://www.kbv.de/html/kv-safenet.php
Präventionsinitiative: https://www.kbv.de/html/praevention.php


Foto:© bongkarn / AdobeStock

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