meditaxa 89 | Ausgabe Mai2019


leitartikel

Strategie. Vorbereitung. Ruhestand.
– Teil III –

Die letzten Schritte bis zum Ruhestand:
Die Abgabe der eigenen Praxis ist wohl die größte – auch emotionalste – Herausforderung, die vor dem Abschied in den Ruhestand gemeistert werden muss. Mit einer klugen und weitsichtigen Planung können zumindest finanzielle Einbußen umgangen werden. Für den Rest gibt es Taschentücher.

meditaxa leitartikel

Strategie. Vorbereitung. Ruhestand. Teil III


Neue Abgabefristen für Steuererklärungen ab 2018
und neue Regelungen für Verspätungszuschläge

Für diejenigen, die eine Steuererklärung abzugeben haben, gelten ab dem Veranlagungszeitraum 2018 großzügigere Abgabefristen. Statt wie bisher grundsätzlich bis Ende Mai müssen die Steuererklärungen für 2018 erst bis spätestens 31. Juli 2019 beim Finanzamt eingereicht werden. Sofern Steuererklärungen durch einen Angehörigen der steuerberatenden Berufe erstellt werden, verlängert sich die Abgabefrist grundsätzlich auf spätestens Ende Februar des übernächsten Jahres. Im Zusammenhang mit den neuen Abgabefristen wurden auch die Zuschläge bei verspäteter Abgabe einer Jahressteuererklärung neu geregelt.

Während die Festsetzung eines Verspätungszuschlags bisher grundsätzlich ins Ermessen des Finanzamts gestellt wurde, fällt dieser jetzt ggf. auch schon kraft Gesetzes an, und zwar immer dann, wenn die Steuererklärung nicht bis Ende Februar des übernächsten Jahres abgegeben wurde. Der Verspätungszuschlag beträgt dann je angefangenen Monat der Verspätung 0,25 % der festgesetzten Steuer, mindestens 25 Euro je Monat. Die automatische Festsetzung des Verspätungszuschlags gilt nicht, wenn sich keine festzusetzende Steuer ergibt oder keine Nachzahlung zu leisten ist, weil die Vorauszahlungen und anzurechnenden Abzugsbeträge (Lohnsteuer, Kapitalertragsteuer) die festgesetzte Steuer übersteigen.

Tauschbörse für Notdienste

Wenn der Notdienst zum unpassendsten Zeitpunkt eintritt, telefonieren sich Ärzte in der Regel die Finger wund, bis sie endlich einen Ersatz-Kollegen gefunden haben. Diese Misere könnte vielleicht bald ein Ende haben – der Allgemeinmediziner
Dr. Dirk Schmitter stand ö er vor dem Problem, dass er einen Notdienst nicht wahrnehmen konnte. Das brachte ihn auf die Idee, ein Portal für den Tausch von Diensten ins Leben zu rufen. Unter www.mutaris.de können Ärzte Dienste abgeben oder annehmen. Die Onlinetauschbörse erfreut sich wachsender Beliebtheit. Mittlerweile sind 1.500 Ärzte auf Mutaris registriert, mehr als 6.000 Dienste wurden bereits getauscht. Aktuell umfasst das Gebiet „nur“ Düsseldorf und Umgebung. Eine bundesweite Nutzung sei aber nicht unmöglich oder ausgeschlossen. „Wir können jederzeit eine Stadt hinzufügen“, so Dr. Dirk Schmitter.

Quelle: A&W online


#faxendicke

Die neu gegründete Initiative #faxendicke setzt sich für ein schnelles Ende der Faxgeräte-Ära ein: Faxen sei eine veraltete Technologie, die unterschätzte Sicherheitsrisiken berge. Faxgeräte bieten Hackern leichten Zugang – 80 Prozent sensibler Patientendaten, wie Arztbriefe, Befunde, Bescheinigungen und Auskün e gegenüber Krankenkassen werden auf diesem Weg kommuniziert. Bisher galt das Faxen als rechtssicherer Weg, doch das ist ein Irrtum: Der Sendebericht mit dem Vermerk „ok“ bestätigt nicht das Erhalten des Faxes beim Empfänger, sondern nur, dass eine Verbindung von Fax zu Fax zustande gekommen ist. Die Datenübertragung ist dem Fall außen vor. Datenschutzkonforme Lösungen wie verschlüsselte E-Mails stehen bereits zur Verfügung, weshalb die Initiative die Petition „Fax in der Medizin ersetzen“ gestartet hat. Diese kann unter change.org/ faxendicke eingesehen werden.
Quelle: Meditaxa-Redaktion

Vertragszahnärzte & Kollegen

Vertragszahnärzte können seit dem 05.02.2019 bis zu vier angestellte Zahnärzte in Vollzeit beschä igen. § 9 des Bundesmantelvertrags für Zahnärzte (BMV-Z) wurde entsprechend geändert. Die Neuregelung gilt für niedergelassene Vertragszahnärzte mit voller Zulassung. Praxisinhaber mit Teilzulassung können entsprechend weniger Zahnärzte anstellen. Die bisher gültigen Vorgaben sahen eine Beschäftigung maximal zweier Zahnärzte in Vollzeit und entsprechend mehrerer Kollegen in Teilzeit vor.

Quelle: BMV-Z (Stand: 05.02.2019)

meditaxa 89

Medical App erkennt Erbkrankheiten

  • Cornelia-de-Lange: 97 Prozent treffsicher,
  • Angelsmannsyndrom: 92 Prozent treffsicher,
  • Noonan syndrom:64 Prozent Prima-vista-Diagnose.

Wer schneidet bei den Tre erquoten der aufgeführten Diagnosen weit besser ab als klinische Experten? Eine Software. Kaum vorstellbar, aber wahr: „DeepGestalt“ ist eine So ware, ausgestattet mit einem Deep-Learning-Algorithmus, die ganz bestimmte Muster erkennt und auswertet. Einer Studie der Nature Medicine zufolge sogar präziser im Erkennen bestimmter Phänotypen als der Blick geschulter Experten. Als App für Smartphones – entwickelt von der Firma FDNA aus Boston – trägt die So ware den Namen „Face2Gene“ und steht Ärzten aktuell kostenlos zur Verfügung.
Quelle: Meditaxa-Redaktion

Private Nutzung betrieblicher Fahrräder steuerfrei

Die Nutzung von Fahrrädern und Elektrofahrrädern ist aus ökologischer Sicht sinnvoll. Um auch hier steuerliche Anreize zu setzen, wird die private Nutzung eines betrieblichen Fahrrads oder Elektrofahrrads ab dem 01.01.2019 nicht mehr besteuert. Diese neue Steuerbefreiung gilt jedoch nicht für solche Elektrofahrräder, die verkehrsrechtlich als Kraftfahrzeug einzuordnen sind (wie z. B. Elektro fahrräder, deren Motor auch Geschwindigkeiten über 25 km/h unterstützt). Für diese gelten die Regelungen der Dienstwagenbesteuerung – also bei Elektrofahrrädern die neue eingeführte 0,5 %-Regelung.


Matthias Haas, Haas & Hieret Steuerberater Rechtsanwalt Partnergesellschaft

Matthias Haas
Rechtsanwalt und Steuerberater, Fachanwalt für Steuerrecht | Haas & Hieret Steuerberater Rechtsanwalt
Partnergesellschaft

Vorstandsvorsitzender der meditaxa Group e.V.,
Ihrem Fachkreis für Steuerfragen der Heilberufe

IHRE AKTUELLE RECHTSFRAGE AN UNS


Rotstift! Was darf mein Patient im Arztbrief ändern?

Der Arztbrief ist ein wichtiges Dokument für die Kommunikation zwischen Ärzten und stellt eine Urkunde dar.
Der betreffende Patient hat ein generelles Recht auf Einsicht in seine Behandlungsunterlagen und auf eine Ausfertigung des Arztbriefes. Ob ein Patient ein Mitspracherecht über den Inhalt des Arztbriefes hat, hat das Oberlandesgericht Koblenz im Fall einer Patienten entschieden, die wegen Wirbelsäulenbeschwerden in einer Schmerzklinik teilstationär behandelt wurde. Im Entlassbrief der Klinik wurde u. a. eine psychische Erkrankung aufgeführt. Mit diesem Hinweis war die Patientin nicht einverstanden und wollte dies aus dem Arztbrief entfernen lassen. Im Beschluss des OLG heißt es wie folgt:
„Psychische Einflussfaktoren, die bei dem Krankheitsbild des Patienten relevant sind, müssen grundsätzlich in den Arztbrief aufgenommen werden. Der Patient kann diesbezüglich keine Änderung verlangen. Aufgrund des Entlassberichts sollen Nachbehandler einschätzen können, welcher Behandlungsbedarf gegeben ist und ob gegebenenfalls alle konservativen Maßnahmen ausgeschöpft wurden. Ein Arztbrief ohne den Hinweis auf einen psychischen Befund sei deshalb irreführend und verzerrend.“

(OLG Koblenz, Beschluss vom 08.01.2018,Az. 5 U 1184/17).


Neue Abgabefristen für Steuererklärungen ab 2018 und neue Regelungen für Verspätungszuschläge

Für diejenigen, die eine Steuererklärung abzugeben haben, gelten ab dem Veranlagungszeitraum 2018 großzügigere Abgabefristen. Statt wie bisher grundsätzlich bis Ende Mai müssen die Steuererklärungen für 2018 erst bis spätestens 31. Juli 2019 beim Finanzamt eingereicht werden. Sofern Steuererklärungen durch einen Angehörigen der steuerberatenden Berufe erstellt werden, verlängert sich die Abgabefrist grundsätzlich auf spätestens Ende Februar des übernächsten Jahres. Im Zusammenhang mit den neuen Abgabefristen wurden auch die Zuschläge bei verspäteter Abgabe einer Jahressteuererklärung neu geregelt.

Während die Festsetzung eines Verspätungszuschlags bisher grundsätzlich ins Ermessen des Finanzamts gestellt wurde, fällt dieser jetzt ggf. auch schon kraft Gesetzes an, und zwar immer dann, wenn die Steuererklärung nicht bis Ende Februar des übernächsten Jahres abgegeben wurde. Der Verspätungszuschlag beträgt dann je angefangenen Monat der Verspätung 0,25 % der festgesetzten Steuer, mindestens 25 Euro je Monat. Die automatische Festsetzung des Verspätungszuschlags gilt nicht, wenn sich keine festzusetzende Steuer ergibt oder keine Nachzahlung zu leisten ist, weil die Vorauszahlungen und anzurechnenden Abzugsbeträge (Lohnsteuer, Kapitalertragsteuer) die festgesetzte Steuer übersteigen.

Vertragszahnärzte & Kollegen

Vertragszahnärzte können seit dem 05.02.2019 bis zu vier angestellte Zahnärzte in Vollzeit beschä igen. § 9 des Bundesmantelvertrags für Zahnärzte (BMV-Z) wurde entsprechend geändert. Die Neuregelung gilt für niedergelassene Vertragszahnärzte mit voller Zulassung. Praxisinhaber mit Teilzulassung können entsprechend weniger Zahnärzte anstellen. Die bisher gültigen Vorgaben sahen eine Beschäftigung maximal zweier Zahnärzte in Vollzeit und entsprechend mehrerer Kollegen in Teilzeit vor.

Quelle: BMV-Z (Stand: 05.02.2019)

Tauschbörse für Notdienste

Wenn der Notdienst zum unpassendsten Zeitpunkt eintritt, telefonieren sich Ärzte in der Regel die Finger wund, bis sie endlich einen Ersatz-Kollegen gefunden haben. Diese Misere könnte vielleicht bald ein Ende haben – der Allgemeinmediziner Dr. Dirk Schmitter stand ö er vor dem Problem, dass er einen Notdienst nicht wahrnehmen konnte. Das brachte ihn auf die Idee, ein Portal für den Tausch von Diensten ins Leben zu rufen. Unter www.mutaris.de können Ärzte Dienste abgeben oder annehmen. Die Onlinetauschbörse erfreut sich wachsender Beliebtheit. Mittlerweile sind 1.500 Ärzte auf Mutaris registriert, mehr als 6.000 Dienste wurden bereits getauscht. Aktuell umfasst das Gebiet „nur“ Düsseldorf und Umgebung. Eine bundesweite Nutzung sei aber nicht unmöglich oder ausgeschlossen. „Wir können jederzeit eine Stadt hinzufügen“, so Dr. Dirk Schmitter.

Quelle: A&W online

Private Nutzung betrieblicher Fahrräder steuerfrei

Die Nutzung von Fahrrädern und Elektrofahrrädern ist aus ökologischer Sicht sinnvoll. Um auch hier steuerliche Anreize zu setzen, wird die private Nutzung eines betrieblichen Fahrrads oder Elektrofahrrads ab dem 01.01.2019 nicht mehr besteuert. Diese neue Steuerbefreiung gilt jedoch nicht für solche Elektrofahrräder, die verkehrsrechtlich als Kraftfahrzeug einzuordnen sind (wie z. B. Elektro fahrräder, deren Motor auch Geschwindigkeiten über 25 km/h unterstützt). Für diese gelten die Regelungen der Dienstwagenbesteuerung – also bei Elektrofahrrädern die neue eingeführte 0,5 %-Regelung.

Medical App erkennt Erbkrankheiten

meditaxa 89
  • Cornelia-de-Lange: 97 Prozent treffsicher,
  • Angelsmannsyndrom: 92 Prozent treffsicher,
  • Noonan syndrom:64 Prozent Prima-vista-Diagnose.

Wer schneidet bei den Tre erquoten der aufgeführten Diagnosen weit besser ab als klinische Experten? Eine Software. Kaum vorstellbar, aber wahr: „DeepGestalt“ ist eine So ware, ausgestattet mit einem Deep-Learning-Algorithmus, die ganz bestimmte Muster erkennt und auswertet. Einer Studie der Nature Medicine zufolge sogar präziser im Erkennen bestimmter Phänotypen als der Blick geschulter Experten. Als App für Smartphones – entwickelt von der Firma FDNA aus Boston – trägt die So ware den Namen „Face2Gene“ und steht Ärzten aktuell kostenlos zur Verfügung.
Quelle: Meditaxa-Redaktion

#faxendicke

Die neu gegründete Initiative #faxendicke setzt sich für ein schnelles Ende der Faxgeräte-Ära ein: Faxen sei eine veraltete Technologie, die unterschätzte Sicherheitsrisiken berge. Faxgeräte bieten Hackern leichten Zugang – 80 Prozent sensibler Patientendaten, wie Arztbriefe, Befunde, Bescheinigungen und Auskün e gegenüber Krankenkassen werden auf diesem Weg kommuniziert. Bisher galt das Faxen als rechtssicherer Weg, doch das ist ein Irrtum: Der Sendebericht mit dem Vermerk „ok“ bestätigt nicht das Erhalten des Faxes beim Empfänger, sondern nur, dass eine Verbindung von Fax zu Fax zustande gekommen ist. Die Datenübertragung ist dem Fall außen vor. Datenschutzkonforme Lösungen wie verschlüsselte E-Mails stehen bereits zur Verfügung, weshalb die Initiative die Petition „Fax in der Medizin ersetzen“ gestartet hat. Diese kann unter change.org/ faxendicke eingesehen werden.
Quelle: Meditaxa-Redaktion

Matthias Haas, Haas & Hieret

Matthias Haas
Rechtsanwalt und Steuerberater, Fachanwalt für Steuerrecht | Haas & Hieret Steuerberater Rechtsanwalt
Partnergesellschaft

Vorstandsvorsitzender der meditaxa Group e.V.,
Ihrem Fachkreis für Steuerfragen der Heilberufe

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Rotstift! Was darf mein Patient im Arztbrief ändern?

Der Arztbrief ist ein wichtiges Dokument für die Kommunikation zwischen Ärzten und stellt eine Urkunde dar.
Der betreffende Patient hat ein generelles Recht auf Einsicht in seine Behandlungsunterlagen und auf eine Ausfertigung des Arztbriefes. Ob ein Patient ein Mitspracherecht über den Inhalt des Arztbriefes hat, hat das Oberlandesgericht Koblenz im Fall einer Patienten entschieden, die wegen Wirbelsäulenbeschwerden in einer Schmerzklinik teilstationär behandelt wurde. Im Entlassbrief der Klinik wurde u. a. eine psychische Erkrankung aufgeführt. Mit diesem Hinweis war die Patientin nicht einverstanden und wollte dies aus dem Arztbrief entfernen lassen. Im Beschluss des OLG heißt es wie folgt:
„Psychische Einflussfaktoren, die bei dem Krankheitsbild des Patienten relevant sind, müssen grundsätzlich in den Arztbrief aufgenommen werden. Der Patient kann diesbezüglich keine Änderung verlangen. Aufgrund des Entlassberichts sollen Nachbehandler einschätzen können, welcher Behandlungsbedarf gegeben ist und ob gegebenenfalls alle konservativen Maßnahmen ausgeschöpft wurden. Ein Arztbrief ohne den Hinweis auf einen psychischen Befund sei deshalb irreführend und verzerrend.“

(OLG Koblenz, Beschluss vom 08.01.2018,Az. 5 U 1184/17).


MEDITAXA SPEZIAL


Marc-Andreas Hustedt empfiehlt im meditaxa Spezial:

Betriebsprüfung – So können Niedergelassene Schätzungen des Finanzamts vermeiden.

Die Betriebsprüfung in der Praxis oder Apotheke deckt Versäumnisse und Fehler bei Buchhaltung und Dokumentation von Belegen „ungeschminkt“ auf
– die Konsequenz: Eine Schätzung des Umsatzes durch das Finanzamt. Dann wird nach oben korrigiert und es kann richtig teuer werden.

interview meditaxa 88

MEDITAXA SPEZIAL

Betriebsprüfung – So können Niedergelassene Schätzungen des Finanzamts vermeiden.



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